unterwegs auf alten Wegen: Wind und Wasser

Montag, 15. September 2014

Fünf Tage lang war ich im August mit meinen Kindern unterwegs auf alten Wegen. Nach Mundräuberabenteuern und gemütlichem Land(er)leben war der dritte Tag geprägt von Wind und Wasser. Wobei der Wind sich von seiner unangenehmenen Seite zeigte, uns und anderen Radfahrern ordentlich entgegenpustete und die ersten Kilometer über die weiten Felder zu einer echten Herausforderung machte.



Wie gut, dass wir uns nach Lust und Laune stärken konnten:
auf der von Obstbäumen gesäumten Strecke im Hasetal
hingen die vollen Zweige an vielen Stellen so tief, 
dass wir nicht einmal vom Rad steigen mussten, 
um an die leckeren Früchte zu kommen.


Meine Kinder - inzwischen erfahrene Mundräuber - 
schafften es sogar, sich im Vorbeifahren 
ein paar Birnen und Pflaumen zu schnappen.
Klar, dass so wagemutig erbeutete Schätze besonders gut schmecken.
;)


Schätze anderer Art: 
die Haseauen, 
Lebensräume für Vögel, Fische und Insekten
und obendrein naturnaher Hochwasserschutz.


Kulturschätze:
jahrhundertealte Höfe mit historischen Giebeln,
viele davon denkmalgeschützt 
und mit Informationstafeln zu Geschichte und Architektur -
der Radwanderweg als riesiges Museum.


Und ganz gleich, wo wir unsere Räder zu einer kleinen Pause abstellten ...


es gab überall was zu entdecken und zu tun:
Kühe an den Zaun locken,
einem Hasen nachschauen, der im Maisfeld verschwindet,
ein paar der Eicheln aufsammeln, die uns vom starken Wind um die Ohren flogen,
oder einem Kanufahrer auf der Hase zusehen ...
Wie schon am ersten Tag machten wir unzählige Pausen. 


Ganz beruhigt konnte ich die Kinder auf den fast leeren Wegen 
vorausfahren lassen, um am nächsten Wegweiser nachzuschauen,
in welche Richtung es weitergeht.


Schließlich erreichten wir Bersenbrück.
Nicht weit von der Hasemühle bin ich zur Schule gegangen.



Wie oft sind wir in Freistunden oder nach dem Unterricht 
durch diesen Wald gelaufen ...


Damals hing ein dickes Seil an einem der Bäume,
die sich über den Fluss neigen.
Als ich meinen Kindern davon erzählte, 
wie wir uns damit über´s Wasser geschwungen haben,
fingen sie sofort an, nach dem Seil zu suchen.
Ist aber nicht mehr da. Glück gehabt.
:)


Ein kleines Stückchen radelten wir noch an der Hase entlang,
die uns auf unserer Tour bis hierher begleitet hatte.


Dann verließen wir den Hase-Ems-Radweg 
und schlugen eine andere Richtung ein.
Auf den letzten Kilometern mussten wir uns ordentlich anstrengen,
strampelten uns ab gegen Wind und Regen
und erreichten völlig erschöpft aber zufrieden
mein Heimatdorf: Ankum.
Dort wollten wir in den nächsten Tagen die Wege meiner Kindheit erkunden. 
Davon erzähle ich dann im nächsten Bericht. Bald.


diefahrradfrau

Kommentare:

  1. Das ist eine wirkliche tolle Strecke, aber wenn das Wetter im August so war, wie bei uns über weite Strecken, dann war das kein reines Zuckerschlecken. Tapfer, du und deine Kinder!
    Sieht aber trotzdem nach einem tollen Erlebnis aus!
    L.g. barbara bee

    AntwortenLöschen
  2. So eine schöne Tour , die auch noch mit `ner Menge Erinnerungen verbunden ist. Für deine Kinder und dich sicherlich ein tolles Erlebnis. Solche Urlaube prägen sich tief ein.
    lG Silke

    AntwortenLöschen
  3. Irgendwo berührt deine Erzählreise meine Seele.... Mir ist ganz eigentümlich zu Mute...
    Danke
    Herzlichst
    yase

    AntwortenLöschen
  4. ein wunderschöner ausflug!
    liebe grüße von mano

    AntwortenLöschen
  5. danke für den schönen Bericht von eurer Fahrradtour. Das war bestimmt ein tolles Erlebnis.
    Solche Urlaubstage bleiben in Erinnerung - und im Herzen :-)

    herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

    AntwortenLöschen
  6. Eine schöne Tour. Und scheinbar auch machbar für die Kurzen.
    Davon will ich mehr sehen ;-)
    Gruß Andrea

    AntwortenLöschen
  7. ein wunderbarer ausflug und sehr schön bebildert!
    da wünsch ich euch viel spaß beim weiteren erkunden :-)
    lg anja

    AntwortenLöschen
  8. Dein Bericht erinnert mich so sehr an unsere Donau-Radreise. Dieses ständige Entdecken, das Nicht-Wissen, was um die nächste Ecke ist - das liebe ich. Dass du mit deinen Kindern auf den Pfaden deiner Kindheit und Jugend wandeln konntest, ist natürlich noch mal etwas ganz Besonderes. Ich bin mir sicher, dieses tolle Fietsabenteuer werden deine Kinder so schnell nicht vergessen. Danke für die schönen Fotos und deine Erzählungen! Liebe Grüße, Katharina

    AntwortenLöschen
  9. Ich glaub es macht besonders viel Freude die alte Heimat noch einmal und wieder zu entdecken. Gleichzeitig haben Deine Kinder sicher so manche Geschichte aus Deiner Kindheit erfahren. Eine ganz tolle Idee so eine Erinnerungsreise und ganz wunderbare Bilder hast Du mitgebracht.
    LG Sabine

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für deinen Kommentar!